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Autor: Peter Hausmann

Wo bleibt das Positive?

Wo bleibt das Positive?

Die CSU hat gestern am Wahlsonntag mit 37,2 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 1950 verbucht. Heute tagt der Parteivorstand, um sich mit dem Ergebnis zu beschäftigen. An Stelle eines Kommentars hier ein Auszug aus einem Gedicht von Erich Kästner: „Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner“ „Ihr streut Euch Zucker über die Schmerzen und denkt, unter Zucker verschwänden sie. Ihr baut schon wieder Balkone vor die Herzen Und nehmt die strampelnde Seele aufs Knie. ….. Ich will nicht schwindeln. Ich…

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33,3 % – ab dem 14. Oktober große Keilerei

33,3 % – ab dem 14. Oktober große Keilerei

„333 bei Issos große Keilerei“ An diese hilfreiche Eselsbrücke für das Datum der berühmten Schlacht zwischen den Truppen von Alexander dem Großen und denen des persischen Königs Dareios denke ich, wenn ich die aktuellen öffentlichen und halböffentlichen Einlassungen des CSU-Vorsitzenden zu den jüngsten Umfragen für die anstehende Bayern-Wahl nachlese. Dabei geht es nicht um das Jahr 333 v. Chr. sondern eher um 33,3 Prozent also ein – Drittel der bayerischen Wählerstimmen. Das könnte das verheerende Wahlergebnis für die einst erfolgsverwöhnte…

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“Nach den Rechten sehen …”

“Nach den Rechten sehen …”

Dieser Tage im Wartebereich eines Flughafens im Westen Deutschlands erlauscht: „Na wie war Deine Woche?“ „Ich hatte in Sachsen zu tun.“ „Was hast Du denn da gemacht? Nach den Rechten geschaut?“ „Hahaha … Das ist immer noch die Zone – die Problemzone! Für Zurückweisung ist es leider schon zu spät.“ Der Rest des Lästerns geht in Lautsprecherdurchsagen unter. Ein Wessi ertränkt seinen Ärger über die „undankbaren Ossis“ in einer Flut von Hohn und Spott. Das ist irgendwie beispielhaft für das…

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Die Verfassung des Verfassungsministers

Die Verfassung des Verfassungsministers

Seehofer bei einer Bierzeltrede in Töging am 2. August 2018: “Ich bin froh über jeden, der bei uns in Deutschland straffällig wird und aus dem Ausland stammt. Auch die müssen das Land verlassen.” Ein für den für die Sicherheit und die Verfassung Deutschlands zuständigen Minister ein erstaunlicher Satz. Wie kann er nur….? Journalisten, die dabei waren und folglich Augen- und Ohrenzeugen waren, haben diesen Satz aus Nachsicht nicht aufgegriffen. Für sie stand fest, dass der Satz dem Minister verunglückt war…

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Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dies kroch

Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dies kroch

„Die Völker wurden seiner Herr, jedoch, dass keiner uns da triumphiert! Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dies kroch.“ Die jüngsten Bilder und Meldungen aus Sachsen erinnern mich an die Schlusssätze aus Bert Brechts Parabel über Hitlers Aufstieg und Machtergreifung „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“. Es wäre sicherlich mehr als eine Überlegung wert, Brechts Bühnenstück wieder auf den Spielplan der Bühnen zu setzen. 73 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft hat es an Aktualität gewonnen. Die Fernsehbilder aus…

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“Standortbestimmung in volatilen Zeiten” eine Rede von Theo Waigel

“Standortbestimmung in volatilen Zeiten” eine Rede von Theo Waigel

Meine wichtigsten und ertragreichsten politischen Lehrjahre habe ich 1988 nach dem Tod von Franz Josef Strauß als Parteisprecher des CSU-Vorsitzenden Theo Waigel erlebt. Es waren die Jahre der friedlichen Revolution in der DDR und im Osten Europas, der Deutschen Einheit, des Falls der Mauer und des Eisernen Vorhangs und des Endes des Kalten Krieges. Diese Jahre 1988 bis 1992 waren – ein wenig so wie heute – der Beginn einer neuen Epoche, begleitet von großer Verunsicherung und Verlustängsten. Von Theo…

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Der Bindestrich macht den Unterschied

Der Bindestrich macht den Unterschied

Dieser Tage konnte man einen interessanten Disput über die Frage verfolgen, ob sozialistische Programmatik unterlegt mit nationalen Zwischentönen als national-sozialistisch bezeichnet werden darf oder nicht. Die Akteure Michael Wolffsohn, Professor für neuere Geschichte, und der SPIEGEL-Kolumnist Jakob Augstein. Gegenstand der leicht erregten Debatte war die selbst ernannte linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine. Deren politische Vorstellungen beziehen sich ausweischlich ihrer öffentlichen Aussagen vor allem auf die nationale, deutsche Arbeiterschaft (soweit es sie noch gibt), deutsche Arbeitslose und…

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National-Sozial aber keine Alternative

National-Sozial aber keine Alternative

„Da kann ich leider im Moment keine Antwort geben” lautete der entlarvende Satz des AfD-Vorsitzenden Gauland im ZDF-Sommerinterview, der die inhaltliche Leere der rechtspopulistischen Partei auf den wesentlichen Politikfeldern treffend darstellte. Politische Konzepte Fehlanzeige! Beim normalen Zuschauer müsste er damit eigentlich zwei Fragen ausgelöst haben. Was ist dann eigentlich die Alternative für Deutschland, wenn sie den Wählern keine Alternativen anbietet? Warum wählen sie dennoch so viele? Eigentlich kann niemand die nationalistischen und revisionistischen Bemerkungen überhören, die diverse Politiker der rechtspopulistischen…

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Verbale Abrüstung oder wenn Krokodile weinen

Verbale Abrüstung oder wenn Krokodile weinen

Bei meiner morgendlichen von einem Espresso begleiteten Lektüre hatte ich heute ein Aha-Erlebnis der besonderen Art. SPIEGEL ONLINE – DIE LAGE macht sich Sorgen um Horst Seehofer. Normaler Weise verkrafte ich es nicht, wenn Krokodile weinen, aber diesmal überwog meine Neugier. Was treibt die Kollegen um und wie begründen sie ihre Sorge? Sie fürchten, dass angesichts der verbalen Abrüstung bei der CSU, die gelobte, Begriffe wie „Asyltourist“ oder „Anti-Abschiebe-Industrie“ nicht mehr verwenden zu wollen, die Deftigkeit der Bierzeltreden leiden werde….

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“Was erlaube Özil”

“Was erlaube Özil”

Was erlaube Özil? Die Abwandlung der kultigen Trapattoni-Frage passt gut zum lauten Knall mit dem Mesut Özil die Tür zur Nationalmannschaft hinter sich zuschlug. Seinen Ärger über den Versuch, ihm die Schuld am bescheidenen Abschneiden unseres Nationalteams bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland anzulasten, ist verständlich. Hatte Teammanager Bierhoff ihn in aller Öffentlichkeit als einzigen Spieler namentlich kritisiert. Der Junge aus Gelsenkirchen ist zurecht verärgert. Er war nicht der einzige Kicker der gespielt hat „wie Flasche leer“, um eine weitere Anleihe…

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